Lange Tafeln in großem Saale, allerlei gar köstlich' Spezereien aus nah und fern, Schreib- und Schmuckwerkstatt für den jungen Studiosus oder Körpertraining in verschiedenen Parcours oder Bogenschießen für den Knappen, den jungen Ritter oder für die edlen Damen - die Theodor-Heuss-Reaschule verschrieb sich im Rahmen des 1250. Stadtjubiläums Hockenheims diesmal dem Thema "Mittelalter".

Dabei richteten die Klassen zahlreiche Mitmachaktionen aus, die man mit oder ohne mittelalterliche Gewandung absolvieren konnte. Vom jahrmärktlichen Wappenwerfen der 5c oder dem Ballonzielen der 8a, über verschiedene Parcours der Klassen 8b, 8c oder 6b, oder dem durch professionelle Hilfe des Bogenschützenvereins ermöglichten echten Bogenschießen im Schulhof der 9e - für Geschicklichkeit, Fitness und Kraft konnte so manch angehender Ritter seine Fertigkeiten trainieren. Das Skriptorium (Schreibwerkstatt) der 6d, in dem die gebrochene Frakturschrift des Mittelalters erlernt werden konnte, oder die Schmuckwerkstatt der 7f standen den Handwerkskundigen offen. Orientalische handgemachte Fladenbrote aus der Zeit der Kreuzzüge boten die umtriebigen Köche der 8e feil und der dunklen Seite der Magie verschrieben sich die 7d mit ihren Rattenblut- oder Schlangengift-Smoothies. Ja - auch im Mittelalter gab es eine großes Angebot an Kurzweil und Aktionen. Und wer noch auf etwas psychenwirksames Lust hatte, konnte in die Untiefen der mittelalterlichen Geisterkerker 7b im (Al)chemiesaal hinabsteigen und froh sein, wenn er dort wieder herauskam - kurzum: nahezu alle Klassen ließen dieses Fest zu einem kreativen Erfolg werden, bei dem jeder, der wollte, auf seine Kosten kam.

Während die Bläserklassen 5 und 6 sowie die Bigband unter Leitung von Birgit Stassen und Mathias Nimmrichter für die musikalische Untermalung (natürlich auch mal mit modernerer Musik) die Veranstaltung untermalten, sorgten die Eltern mit reichhaltigem Kuchen- und Salatbuffet, sowie Pizza- und Grillstand für das leibliche Wohl - auch wenn hier die Moderne durchsickerte, aber immerhin: seit der Antike entwickelte sich z.B. die Pizza durchs Mittelalter hindurch als Teig-Öl-Fladen zur heutigen Form und auch der Fleischgrill war im Mittelalter Zentrum eines jeden Festes.

Rektor Jürgen Wolf freute sich über das Engagement der Schüler, Eltern und Lehrkräfte zu diesem außergewöhnlichen Motto-Fest und bedauerte, dass er - im Gegensatz zu seinem Stellvertreter Robin Pitsch - nicht mittelalterlich gekleidet war. Er dankte Sandra Kirsch, der Organisatorin des Festes, die selbst im Kostüm der mittelalterlichen Hofdame gewandet war, für die zeitintensive Vorbereitung und Durchführung, "da steckt immer viel Organsiation, Kommunikation und Herzblut dahinter!", lobte der Schulleiter. Auch der Eternbeirat fand lobend Erwähnung, denn von diesem organisiert war die Tombola, bei der man durch das Spielen von sechs der vielen Spielstationen mit einer Spielkarte wertvolle Preise gewinnen konnte, unter anderem den Hauptpreis: ein eBike (das mittelalterliche Transport- und Verkehrsmittel "Pferd" hatte im Zusammenhang der Verwendbarkeit im Nachgang des Festes das Nachsehen).

Für die Schüler und Schülerinnen bedeutet dieses Fest eine bleibende, sehr schöne Erinnerung an ihre Schulzeit. Das zeigte sich vor allem auch im Besuch zahlreicher ehemaliger Schüler und diesjähriger Abschlussschüler, die, gerade einmal einige Woche entlassen, ihre alte Schule erneut gerne (und diesmal ohne Schulstress) betraten und sich gerne noch einmal zurückwünschten - nicht ins Mittelalter, aber in eine aktive und schöne Schulzeit an der THRS.