Wie sieht das nächste Schuljahr aus? Das fragen sich zurzeit nicht nur Schülerinnen und Schüler, Eltern oder die Lehrerkollegien. An der THRS sind die Planungen bereits im Gange – eine besondere Rolle spielt dabei die Digitalisierung und ein neuer, ganz spezieller Raum - das neue "Heuss-Lab"

Gemäß der Verordnung des Kultusministeriums soll zur „neuen, alten Normalität“ zurückgekehrt werden, also Regelunterricht ohne Abstandhaltung nach normalem Stundenplan wie vor Corona, aber mit Hygieneregeln, wie z.B. Händewaschen, einem für die einzelnen Klassen versetzten Schulbeginn. „Das ist das Standardszenario“, sagt Schulleiter Jürgen Wolf. „Trotzdem müssen wir auf ein mögliches Aufflammen des Infektionsgeschehens vorbereitet sein, d.h. entweder eine Mischung aus Präsenz- und Fernlernphasen oder aber komplette Schulschließungen. In beiden Fällen brauchen die Schüler eine hohe Eigenverantwortung und eine gewisse digitale Kompetenz“.

 

Diese Kompetenz wollen Schulleitung samt Kollegium zum neuen Schuljahresbeginn trainieren. „Sollten die Schüler in Fernlernphasen geschickt werden, müssen sie die ihnen zur Verfügung stehenden Tools, wie unseren Schulmessenger Sdui, die Moodle-Lernplattform oder verschiedene Lernapps bedienen können.“

Um dieses Ziel zu erreichen, sieht das Konzept der THRS nicht nur die Möglichkeit von Leihtablets für benachteiligte Schüler vor, sondern auch zu Beginn des Schuljahres eine Reihe an Digitaltrainings, damit die Schüler den Umgang erlernen und üben.

 

Daneben soll das Thema Digitalisierung grundsätzlich – auch abseits von Corona und darüber hinaus – eine ganz neue Wertigkeit erfahren. „Aktuell sind wir dabei einen sogenannten Makerspace einzurichten, einen ‚Macherraum‘, in dem an verschiedenen Stationen (z.B. Green-Screen- und Stopp-Motion-Studio, Robotik, Virtual Reality, Digital-3-D-Druck) digital und kreativ geforscht, gestaunt, gearbeitet, erschaffen und letztlich eben gelernt werden kann“, erklärt Konrektor Robin Pitsch. Ein Lehrerteam hat sich gefunden, dass diesen Raum moderiert, administriert und unsere Schülerinnen und Schülern die neuen Möglichkeiten des digital unterstützten Lernens nahebringen soll. „Ziel ist es, diese digitale Differenzierung für alle Schüler in den Schulalltag einzubauen“, sagt Manuel Altenkirch, der Teammitglied im „Heuss-Lab“ genannten Makerspace ist. Neben dem u.a. von ihm betreuten digitalen Heuss-Lab sieht er in den ersten Schulwochen unter anderem auch die Schulung der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Endgeräten als essenziell an. Nicht nur für Corona müssten diese vorbereitet sein, sondern auch, wenn es ins Heuss-Lab geht, um neue Lernerfahrungen zu sammeln, da sei ein Grundwissen sinnvoll.

 

Möglich wir das Heuss-Lab durch die Stellung der Containeranlage im Schulhof der THRS, die wiederum wegen der Sanierungsmaßnahmen im Schulzentrum (Hartmann-Baumann-Schule und Schule am Kraichbach) nötig wurden. „Durch den Wegfall von Furbereichen und deren Flächenzuschlag an den Klassenraum, konnten wir in Abstimmung mit dem Stadtbauamt Hockenheim einen großen Unterrichtsraum generieren, den wir sukzessive in ein digitales Lernlabor umwandeln wollen – unser Heuss-Lab“, erklärt Wolf. Für die Ausstattung dieses Lernlabors hat sich die Schule (neben der Stadt als Schulträger) auch an weitere Partner gewandt, z.B. Stiftungen. „Wir sind überzeugt, dass unser Digitalisierungskonzept überzeugen kann und dass es wert ist, dies zu präsentieren.“

 

Von der Ausstattung existiert bereits der Green-Screen-Bereich – „den haben wir innerhalb der Schule zusammengetragen“, sagt Altenkirch – den einige Schülerinnen und Schüler bereits ausprobiert haben, z.B. in der Form als Tagesschausprecher im virtuellen Tagesschaustudio, der über ein politisches Thema in Gemeinschaftskunde referiert. „Das sind u.a. die kreativen Möglichkeiten, die z.B. das Green-Screen-Studio ermöglicht: die eigene Tagesschauproduktion – und ganz nebenher verinnerlicht man den Unterrichtsstoff“, freut sich Manuel Altenkirch.

 

Klar habe Corona durchaus einen katalysatorischen Effekt, dass man das Thema gewichtiger einordnet, aber „die Digitalisierung bewirkt unter anderem, dass viele Schüler, die bei uns heute auf die Schule gehen, später in Berufen arbeiten, von denen man heute noch gar nicht weiß, dass es sie geben wird. Darauf müssen wir unsere Schülerinnen und Schüler vorbereiten: kreativ, motiviert und kritisch mit Digitalem umzugehen“, ist Schulleiter Jürgen Wolf überzeugt.