Sonnenschein, große Bühne, elegante Kleider, schicke Anzüge, launige Gäste... zumindest die Abschlussschüer machten nicht den Anschein, dass sie sich von Corona ihre festliche Schulabschlussfeier nehmen lassen würden. Anstatt wie sonst in der Stadthalle hatten Kollegium und Schulleitung der Theodor-Heuss-Realschule die Location an der Seebühne im Gartenschaupark auserkoren um unter Corona-Bedingungen den Abschlussschüerinnen und Abschlussschülern eine würdige Entlassfeier zu ermöglichen.

Das hieß anderthalb Meter Abstand in den Rängen des Amphitheaters um die Seebühne, Händedesinfektion beim Einlass, Einbahnstraßenregelung auf der Bühne, die Zeugnisübergabe oder Preisverleihungen ganz ohne Händeschütteln oder Umarmungen.

Und trotzdem: schön war es! In zwei nahezu identischen Durchgängen wurde die Abschlsusverleihung organisiert, mit kurzen Ansprachen, imponierenden Leistungen, emotionalen Verabschiedungen von den Lehrkräften und der festlichen Zeugnisüberreichung. Auch wegen der "schwierig zu organisierenden Corona-Regelungen", wie es Konrektor Robin Pitsch in seiner Begrüßung hervorhob, entschied man sich, eine schulinterne Veranstaltung durchzuführen, ohne Eltern. Doch diese hatten die Möglichkeit, via Livestream zumidnest digital dabei zu sein - ein Service, von dem reichlich Gebrauch gemacht wurde. "Auch wenn ich es nur von zu Hause im PC gesehen hab, mir kamen da vor Stolz schon die Tränen", gestand eine Mutter im Nachgang der Veranstaltung via eMail.

Doch das diese Veranstaltung überhaupt durchgeführt werden habe können, verdanke man, so Pitsch, einer Reihe an Partnern, die organisatorisch und technisch unterstützten: vom Hockenheimer Marketingverein über die Stadtverwaltung bis zu den helfenden Händen der Schülerinnen und Schüler der 9d, die sich um Auf- und Abbau, sowie um die Desinfektion, z.B. der Stühle, zwischen den beiden durchgängen kümmerte.

Vor der eigentlichen Zeugnisübergabe mahnt Rektor Jürgen Wolf: "Wir entlassen euch in eine Welt, die wir uns vor einem halben Jahr so noch nicht vorstellen konnten. Wir befinden uns mitten in einer Pandemie“. Und: "Unsere Generation überlassen euch Schulden, Klimawandel und Terrorismus. - Was ist das für eine Welt, in die wir euch entlassen“, fragt der Schulleiter provokant: „Es ist eine schöne Welt! Krisen zu überwinden, das gab es schon immer, auch ihr werdet diese Krisen überwinden!"

Während der Zeugnisübergabe gab es vom Marketingverein, der bei der Organisation unterstützte, ein kleines "Reifegeschenk" - jeder Absolvent bekam eine der neuen Rennstadtkarten, ein Gutschein für Hockenheimer Geschäfte im Wert von zehn Euro.

Erstmals wurde auch der Erwerb des Hauptschulabschlussabschlusses an der THRS gefeiert, den alle Prüflinge der 9e bestanden haben. Anders als die zehnten Klassen, konnte die 9e ihre Abschlussfahrt Anfang März noch durchführen, die 10.-Klässler mussten Corona-bedingt darauf verzichten. Darauf verwies auch die Abschlussfahne des "Corona-Jahrgangs", die im Anschluss in der Schule aufgehängt wird. Auf ihr durften alle Prüflinge unterschreiben, sodass ein Stück Erinnerung dauerhaft in der Schule verbleibt.

Nur am Ende - damit der Fotograf via Drohne alle aufs Bild brachte - rückte man etwas näher zusammen, um dann sogleich wieder auseinanderzugehen - diesmal dann endgültig und für die meisten, die sich mindestens die letzten sechs Jahre jeden Tag über den Weg gelaufen sind oder in einer Klasse waren, für immer. Für Abschieds- und Andenkfotos zumindest bot das Gelände um die Seebühne zusammen mit dem grandiosen Wetter dann hierzu die perfekte Kulisse.

 

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