Bei den THRS-Schülern liegt die SPD ziemlich deutlich auf Platz 1. So zumindest ist das Ergebnis der Juniorwahl an Hockenheims Realschule. Mit etwas mehr als 25 Prozent, die auf die Sozialdemokraten entfallen, liegen die Siebt- bis Zehntklässler damit im bundespolitischen Trend, der sich – mit Ausnahme des Ergebnisses der CDU – auch an der THRS so in etwa wiederfindet. Bei der Wahlsimulation, die deutschlandweit unter Jugendlichen durchgeführt wurde, lag die CDU mit 17,7% an der THRS auf dem zweiten Platz, ziemlich deutlicher, als bei der echten Wahl, dahinter versammeln sich dicht die Grünen (15,2%), AfD (14,5%) sowie die FDP (12,9%).

Damit stimmen die Hockenheimer Realschüler im Vergleich zu den anderen Jugendlichen in Deutschland tendenziell mehr für SPD, CDU und AfD. Grüne und FDP schneiden schlechter ab – bei der FDP übrigens im Gegensatz zu deren Ergebnis im Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen: hier wäre die FDP mit 24% die stärkste Kraft – ein Effekt, der bei der Juniorwahl in zahlreichen Wahlkreisen in ganz Deutschland zu beobachten ist. Im Deutschlandergebnis der Juniorwahl wären Grüne (20,6%), SPD (19,4%) und FDP (18,5%) nahezu gleichauf.

„Politische Bildung ist heute wichtiger denn je. Demokratiefeindliche Tendenzen, politische Gleichgültigkeit, das Misstrauen gegenüber politischen Akteuren und die fehlende Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, stellen Herausforderungen für parlamentarische Demokratien dar“, sagt auch Gemeinschaftskundelehrer Manuel Altenkirch, der die Juniorwahl mit der 8a organisiert und durchgeführt hat.

Nachdenkliche Worte gab es von einigen SchülerInnen, die auch ihre Klassen- und SchulkameradInnen bei und vor allem auch nach der Wahl beobachteten und in die Diskussion kamen: „Da gab es einige, die haben das nicht Ernst genommen oder überlegt und ihr Kreuz dann bei einer Partei gemacht, ohne sich richtig Gedanken zu machen.“ – Mit diesem Effekt erklärt ein Schüler das relativ starke Abschneiden der AfD (14,5%) an der THRS im Vergleich zum Wahlkreis (7%) oder im Bundesdurchschnitt (5,1%) bei der Jugendwahl.

„Aber auch darüber wird im Unterricht gesprochen: wie kommen Wahlergebnisse zustande, was sind Motivationen, eine bestimmte Partei zu wählen, und wie kann sich eine Überzeugung im Wahlverhalten ausdrücken“, sagt Manuell Altenkirch. Auf alle Fälle war die Juniorwahl Katalysator und Motor für das Thema Wahlen und Parteien – auch an der THRS.