(c) Schwetzinger Zeitung vom 4. April 2022, Volker Widdrat.

Theodor-Heuss-Realschule - Beim Kreativnachmittag haben die Schüler die Wahl zwischen vier Workshops / Sparkassen-Versicherung sponsert das Material

Sind die Sechstklässler der Theodor-Heuss-Realschule kreativ? Und wie! Vier Workshops hatten die Schüler beim erstmals ausgerichteten Kreativnachmittag zur Auswahl. Die Mädchen und Jungen durften kostenfrei teilnehmen, weil die Sparkassen-Versicherung das komplette Material sponserte. Die Workshops waren Teil des schuleigenen Projekts „Responsibility 4 me, you & us“.

Eine Gruppe beschäftigte sich mit einem besonderen Trend im Kreativbereich, dem Handlettering. Dabei werden Buchstaben des Alphabets oder einzelne Wörter mit der Hand „gezeichnet“. Die Botschaften in dieser Schreibtechnik, wie etwa „Happy Birthday“ oder „Fröhliche Weihnachten“, kommen immer gut an. Und „Frohe Ostern“ ist ja auch bald dran. Hanna (11) widmete sich einigen Überschriften für die Schule. Klassenkameradin Lina beschäftigte sich mit Wochentagen, deren Namen schön ausgefüllt wurden.

Die einzigartigen Letterings entstehen durch unterschiedliche Pens (Stifte) mit den jeweils passenden Strichstärken. Künstlerin Marina Mercuri-Schulz vom Letter Atelier in Neulußheim unterstützte die Kinder beim Schönschreiben. Das kreative Buchstabenzeichnen und Ausschmücken von Überschriften erfordert höchste Konzentration, ganz anders als stundenlang mit dem Smartphone zu spielen.

Kreatives Malen vermittelte Malerin Kristin Brümmer aus Hockenheim im Workshop „Pouring“. Bei dieser experimentellen Technik werden Acrylfarben nicht gemalt, sondern gegossen. Durch das Ineinanderfließen der Farben entstehen immer neue Muster. Die Leinwand wird auf der Rückseite mit Pinnwandnadeln präpariert, damit die Farbe besser abfließen kann. Diego wählte Pink, Grün, Weiß und dazu seine Lieblingsfarbe Indigo-Blau.

Bei der Technik „Puddle Pour“ werden die Farben nacheinander und übereinander in die Mitte der Leinwand gegossen, die dann in verschiedene Richtungen bewegt wird. Beim „Dirty Pour“ werden die Farben nacheinander in einen Becher gegeben. Dort vermischen sie sich. Die Verteilung aus dem Becher auf die Leinwand kann langsam oder mit Schwung erfolgen. Die Schüler durften an diesem Nachmittag mit beiden Varianten experimentieren.

Lehrerin Gudrun Efthimion war mit jungen Künstlern in der Werkstatt. „Werkstück aus Holz“ hieß der Workshop, in dem Schlüsselanhänger hergestellt werden sollten. Dazu war Bohren, Sägen und Schleifen angesagt. Das war kein Problem, denn die Sechstklässler waren schon in der Klassenstufe vorher an den Maschinen eingearbeitet worden. Als Lea sich an die Tischbohrmaschine setzte, wusste sie so zum Beispiel, dass die Schutzbrille aufgesetzt sein muss und die langen Haare vorher zusammengebunden werden.

Finn war derweil mit dem Lötkolben zugange und verzierte seinen hölzernen Schlüsselanhänger mit dem Schriftzug des Clubs New York Rangers, seinem Eishockey-Lieblingsverein. Der Elfjährige ist aber auch glühender Fan der Mannheimer Adler.

 

ES RATTERN DIE NÄHMASCHINEN

Nicole Träutlein, Leiterin der Generalagentur der SV Sparkassen-Versicherung, und Dennis Kiefer, Leiter der Vertriebsorganisation, schauten im Container vorbei, wo die Nähmaschinen ratterten. Eine Tasche nähen, genauer gesagt eine bunte Strandtasche, lautete die Aufgabe für Leni, Luisa, Daisa, Lisa, Nora, Amelie und Lena. Die Lehrerinnen Dagmar Paris, Carmen Fuhrmann und Sandra Kirsch halfen, denn die Mädchen waren zum ersten Mal an der Nähmaschine. Es gab eine Schnellunterweisung und die begabten Schülerinnen machten ihre Sache sehr gut. Schnittmuster und ein kleines Modell zeigten, wie die Strandtasche aussehen soll.

In einer Nähmaschinen-Teststrecke durfte Versuche starten. Es ist gar nicht so einfach, mit dem Nähfüßchen genau an den Strichen zu bleiben und vier gerade Nähte auf dem Papier zu machen. Nora hatte an der Arbeit in der Schule viel Spaß. Die Sechstklässlerin hat schon mal in der Grundschule genäht. Wenn an diesem Nachmittag auch einmal falsch herum genäht wurde, tat das der Freude keinen Abbruch. Die Mädchen wussten, dass sie den richtigen Workshop für sich gewählt hatten. Das Team aus Künstlerinnen und Lehrerinnen freute sich gemeinsam mit den Schülern über den kreativen Nachmittag.