Turniere, Wettkämpfe, Chill-Mode, Billard, Basketball und Tischkicker - Jugendarbeit heißt Vernetzung. Jugendarbeit heißt dorthin gehen, wo Jugendliche sind und das machen, was Jugendliche machen wollen. Dass sich dabei Schulsozialarbeit nicht nur auf die betreffende Schule begrenzt stellten und stellen die beiden Schulsozialarbeiter der Theodor-Heuss-Realschule, Kimberly Angeletti und Tim Molina Ruiz, ergänzt durch Schulhund Theo, unter Beweis, indem sie das Jugendzentrum für die Sommerzeit als ihr „Sommerlager“ nutzten.

Ein solches Kooperationsprogramm ist übrigens keine Selbstverständlichkeit. Schließlich verlassen die „Schul“sozialarbeiter ihren angestammten Platz (die Schule) und nutzen einen anderen Rahmen mit.

So konnten die beiden THRS-Schulsozialarbeiter in einem eigenen Sommerferienangebot zahlreiche Kinder und Jugendliche begrüßen. Während morgens Aktionsangebote wie Basketball-, Tischtennis- oder FIFA-Turniere sowie Bastelangebote oder ein Brettspieltag anstanden, gestalteten sich die Mittage als „frei“ mit viel Billard, Sport und Tischkicker. Interessant war, dass die meisten Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 13, also innerhalb der Klassenstufen 5 bis 7 überdurchschnittlich vertreten waren. „Auch wenn Corona wohl offiziell vorbei ist, sehen wir in diesem Alterssegment einen Bedarf an sozialem Miteinander“, erklärt sich Schulsozialarbeiter Tim Molina Ruiz diesen Schwerpunkt in der Altersklasse. Ungefähr 50 Kinder nahmen am kooperativen Angebot von THRS-Schulsozialarbeit und JUZ teil, viele waren auch mehrmals da. „Der scheidende Leiter es Amtes für Schule, Bildung, Kultur und Soziales (SBKS), Daniel Ernst, sowie die Mitarbeiter*innen des Pumpwerk Hockenheim, haben dieses Angebot mit angeleiert. Es war ein Erfolg“, sagt Schulsozialarbeiterin Kimberly Angeletti.

Und die Kooperation zwischen Schulsozialarbeit und städtischer Jugendarbeit ist noch nicht beendet. Aktuell geht an der Theodor-Heuss-Realschule der eigens zwischen Tim Molina Ruiz (THRS) und David Zahoor (JUZ, Pumpwerk) entwickelte „Exit Room“ in die Beta-Phase. Der Exit Room fordert von einem Team das Lösen von verschiedenen Rätseln, die optimalerweise in der Gruppe geknackt werden, und letztlich zum Ausgang bzw. Erfolg („Exit“) führen. „Während man solche Exit Rooms bei externen Event-Anbietern kaufen kann bzw. dort in der Location nutzt, war unser Ansatz, dieses kooperative Prinzip zu den Jugendlichen zu tragen“, sagt Tim Molina Ruiz. Aktuell wird der Exit Room an der THRS als AG angeboten. Ziel dabei sei es, die gruppendynamischen Prozesse anzuheizen und die sozialen Kompetenzen zu fördern.

Neben diesen Projekten forcieren die in der Jugendarbeit und in der Schulsozialarbeit and er THRS arbeitenden Akteure eine verstärkte Zusammenarbeit. „Der Tag lässt sich für Kinder und Jugendliche nicht mit dem Ende der Schule abteilen. Viele Eltern sind bis nachmittags arbeiten, die Kinder oftmals auf sich gestellt, wir wollen zumindest das Angebot für einen geradlinigen Übergang von Schule ins attraktive Jugendzentrum bereiten und begleiten. Wir sind dem Jugendzentrum für die unkomplizierte und gute Kooperation sehr dankbar.“, sagen Kimberly Angeletti und Tim Molina Ruiz. Unterstützt werden sie unter anderem von David Zahoor vom JUZ Hockenheim.