"Aktivität", "Erlebnisse" und "gute Laune" - das waren sozusagen die Leitworte der Alpen-Abschlussfahrt der 10b. Gemeinsam mit Klassenlehrerin Dorothee Ströbel suchten sich die Schüler im Vorfeld bereits "Aktivitäten-Bausteine" aus und dann ging es Anfang Mai mit Begleitlehrer Robin Pitsch direkt in ein Sporthotel in die Alpen, ins österreichisch-deutsche Grenzgebiet nach Biberwier-Ehrwald in Tirol zwischen Füssen und dem bei Ski-Urlaubern bekannten Fernpass.

Gerade einmal angekommen, musste die Gruppe ziemlich schnell auf den ersten Programmpunkt hinarbeiten und den Marienberg bis zu einer bestimmten Höhe besteigen. Am Ende der Wege, die mitten durch das im Winter weiße Skigebiet führten, warteten die Alpin-Roller, auf denen dann bergab bei Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h ins Tal gebraust wurde. Da das Wetter vor allem mit Nässe nicht sparte, ergab es sich, dass der feuchte Schlamm und Schotter der Wege über die ohne Schutzblech bewehrten Hinterräder der Roller aufgewirbelt wurde und sich bei jedem Rollerfahrer je nach Größe über die kompletten Jacken, Kopf, aber insbesondere Hosen bis in die Unterwäsche verteilte. Trotzdem: "Enjoy it!", sagten sich die 10-er.

Die nächsten Tage ging es unter anderem in die Kletterhalle nach Ehrwald - besser gesagt: Kletterpalast - in der neben dem ungefährlichen Bouldern auf niedriger Höhe auch auf verschiedenen Wänden in über 35 "Touren" bis in eine Höhe von 16 Metern geklettert werden konnte. Während einige sich an der mit bunten Kletterstiften versehenen Steilwand wie Bergziegen fühlten und mit gekonntem Tritt und Halt die enorme Höhe gleich mehrmals und sogar gegeneinander auf Zeit absolvierten, hatten andere (mitunter auch Lehrkräfte) mit der Überwindung ihrer Höhenangst und den entsprechenden Angstzuständen zu kämpfen. Diese übrigens wollten auch eine Aktivität später in der Rosentalschlucht bei Imst nicht verschwinden. Bis zu 70 Meter ragten die steilen Felswände von der Talsohle des kleinen Bachs, der sich in den Jahrtausenden in den Berg geschnitten hatte, empor. Und diese Felsen wollten erklommen werden. Über schmale Pfade und splittige Wege, über hohe Brücken und durch in den Fels gesprengte Höhlendurchgänge arbeitete sich die Gruppe auf eine beachtiliche Höhe dem Rotkopf-Muttekopf-Bergmassiv entgegen, bis auf die Höhe der Ski-Station von Hoch-Imst, die in den Zeiten des Frühjahrs freilich ohne Schnee auskommen musste.

 Gegen diese schneelose Zeit haben sich die Imster mit dem Alpin-Coaster, der mit über 3,5 Kilometer längsten Sommerrodelbahn Europas, etwas besonderes einfallen lassen. Klar, dass auch die 10b diese Chance ergriff und mit dem Sommerschlitten in dem reich an Windungen und Steilabfahrten gebauten Sommerrodelkanal die 60 km/h durchbrachen. Eine Abkühlung nach diesen Hochgeschwindigkeiten im nebenliegenden Bade-Alpsee wollte dann aber (entgegen der großspurigen Vorankündigung einiger vermeintlich hartgesottener Herren) am Ende doch keiner. "Zu kalt!", "Cold as ice!", hieß es da lapidar. Unverständnis rief das bei den Lehrkräften hervor - bei immerhin 6 Grad Celsius.

Denn genauso kalt war es beim Canyoning, einer Sportart, bei der man in einem Alpenbach nicht nur durch genau ebenso kaltes Wasser watet, sondern sich auch von den kleinen Wasserfällen und Felsvorsprüngen aus 15 Meter Höhe abseilt oder die starken Stromschnellen als Rutsche nutzt, natürlich alles unter fachkundlicher Anleitung und - dann am Ende doch wichtig bei der Wassertempertur - in schützenden Neopren-Anzügen. Nach der allerersten Abseilaktion von einer Brücke gab es kein Kneifen mehr, jeder musste durch die vom Wasser und Geröll in den Untergrudnfels geschliffenen Bergbachklamm. Konzentration, eigenes Absichern, Überwindung beim nächsten Sprung in die sich unter einem auftuenden Leere, dann das eiskalte Wasser, das sich über die Anzugöffnung am Kopf durch den ganzen Anzug bahnt und einen friert, beim Sprung ins tiefe Nass zuweilen auch so schockfrostet, dass die Atmung für Sekunden still steht. Am Ende war es für nicht wenige anstrengend und eine Überwindung, aber eben auch etwas Außergewöhnliches, das Spaß macht. Die Erfahrung wollte am Ende auf jeden Fall keiner missen.

Neben solchen Erlebnissen wirkte der Ausflug nach Innsbruck dann fast wie ein Klacks, aber auch dieser war nötig. Denn immerhin bietet die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Tirol nicht nur eine malerische Altstadt mit dem Wahrzeichen "Goldenen Dacherl", einem Prunkerker an einem ehemals kaiserlichen Amtshaus, sondern auch Kultur und - das war für die Damen unter den Schülern wichtig - eine ausgeprägte Shopping-Möglichkeit, die auch wahrgenommen wurde.

Abgerundet wurde die Abschlussfahrt der 10b durch die guten Möglichkeiten des Sporthotels "MyTirol" z.B. im Schwimmbad, im ausgedehnten Freizeit-Bereich oder abends beim Champions-League-Halbfinale. Höhepunkt einiger Abende war die von den Lehrern mitgebrachte und mitunter gekonnt genutzte Gesang-und-Karaoke-Anlage, bei deren Gesangs-Contest sich dann nicht nur spontane Schülerchöre bildeten, sondern beim einen oder anderen wahre Musik- und Gesangstalente zu Tage treten ließen.