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Rekordstart ins Schuljahr: Theodor-Heuss-Realschule so groß wie nie zuvor
Mit dem Beginn des Schuljahres 2026/27 erreicht die Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim einen neuen Höchststand: Insgesamt 860 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule in 36 Klassen – 20 mehr als im Vorjahr. Damit ist die THRS so groß wie nie zuvor – mal wieder.
Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre verdeutlicht das Wachstum: Im Schuljahr 2016/17 wurden an der Schule noch 620 Schülerinnen und Schüler in 24 Klassen unterrichtet. Die Zahl der Klassen ist damit um 50 Prozent gestiegen, die Gesamtschülerzahl um rund 39 Prozent. Dass die Zahl der Klassen stärker wächst als die Schülerzahl, ist bewusst so gewollt. Durch kleinere Klassen sollen individuelle Förderung, pädagogische Betreuung und Unterrichtsqualität trotz steigender Schülerzahlen auf einem hohen Niveau gehalten werden.
Die größte Jahrgangsstufe bildet aktuell die Klassenstufe 8, die erstmals siebenzügig organisiert ist. Insgesamt umfasst die Schule fünf fünfte Klassen, sechs sechste Klassen, sieben Klassen in Stufe 7 und sieben Klassen in Stufe 8. Hinzu kommen sechs Klassen in Stufe 9, vier Abschlussklassen der Stufe 10 sowie zwei Vorbereitungsklassen (VKL) für Schülerinnen und Schüler mit geringen Deutschkenntnissen.
Raumkapazität größte Herausforderung
Mit dem Wachstum der Schule verschärft sich jedoch die Raumsituation. „Grundsätzlich ist die Situation sehr angespannt und nur durch vorausschauende Planungen überhaupt zu bewältigen“, erklärt die Schulleitung mit Rektorin Marion Marker-Schrotz sowie den Konrektoren Manuel Altenkirch und Sven Dehoust. Zwar konnte durch die Aufstockung der Fachraumcontainer ein zusätzlicher AES-Raum geschaffen werden, dennoch sind sämtliche Fachräume dauerhaft ausgelastet. Die zusätzliche Kapazität mit einem zusätzlichen Unterrichtsraum, der durch die Verkleinerung eines bestehenden Klassenzimmers gewonnen wurde, wird durch die höhere Schüler- und Klassenzahl „aufgefressen“.
Besonders deutlich wird die Raumnot daran, dass alle 36 verfügbaren Klassenräume vollständig belegt sind. Differenzierungsräume für Gruppenarbeit, Förderangebote oder individuelle Unterstützung stehen derzeit nicht zur Verfügung. In mehreren Fächern findet Fachunterricht deshalb regelmäßig in normalen Klassenzimmern statt, etwa in Bildender Kunst, Biologie, AES (trotz neuem Fachraum) oder in Teilen des Fachs Informatik und Medienbildung (hier vor allem Medienreflexion).
Auch im Sportbereich ist die Schule gemeinsam mit den anderen Schulen im Schulzentrum schon lange an die Grenzen gestoßen. Hallen- und Sportplatzkapazitäten reichen nicht aus, um den Unterricht vollständig nach Stundenplan abzubilden. Teile des Sportunterrichts können nicht ausgewiesen werden. Positiv bewertet die Schulleitung hingegen die Möglichkeiten im Schwimmunterricht. Durch das Lehrschwimmbecken und die Kooperation mit dem Aquadrom kann weiterhin das Ziel verfolgt werden, möglichst allen Schülerinnen und Schülern sichere Schwimmfähigkeiten zu vermitteln.

Langfristige Weiterentwicklung nötig
Neben den räumlichen Herausforderungen stellt auch die Größe der Schule hohe Anforderungen an die Organisation. Rund 80 Lehrkräfte, darunter vier Lehramtsanwärterinnen und -anwärter sowie weitere Nachwuchskräfte ab Februar, unterrichten die 36 Klassen. Dabei ist die Gestaltung des Stundenplans komplex: neben dem Deputat (der Lehrer-Klassen-Fach-Zuweisung) müssen sich aus verschiedenen Rahmenbedingungen, z.B. begrenzten Raumkapazitäten, Schülerwünschen bei den Wahlpflichtfächern, der Parallelisierung von Differenzierungsstunden, Co-Lehrer-Teaching oder Religions- und Ethikgruppen sowie den individuellen Lehrerarbeitszeitmodellen eine verträgliche Wochenstruktur gepuzzelt werden.
Konrektor Manuel Altenkirch zeigt sich dennoch optimistisch: „Wir werden auch in diesem Schuljahr gute Lösungen finden. Allerdings sind die räumlichen und organisatorischen Kapazitäten der Schule faktisch ausgeschöpft.“ Die Schulleitung macht daher deutlich, dass die THRS nicht weiter wachsen kann. Familien, die einen Schulwechsel an die THRS in Erwägung ziehen, sollten daher auch die Angebote benachbarter Schulen in Reilingen, Ketsch oder Schwetzingen prüfen.
Trotz aller Herausforderungen startet die Schulgemeinschaft motiviert in das neue Schuljahr. Denn gerade die Übergangsquote der Abschlussschüler aus IT- und Bili-Klassen an die beruflichen Gymnasien (z.B. in Schwetzingen oder Mannheim) ist weiterhin hoch. Überdies schneiden gerade die Bilingualklassen in den landesweiten Leistungsvergleichen in Englisch mitunter besser ab, als gleichaltrige Vergleichsgruppen an Gymnasien. – Eine Bestätigung der jahrelangen erfolgreichen Bildungsarbeit und Expertise, die nicht nur dazu führt, dass die THRS das Prädikat „Realschule mit bilingualem Zug“ trägt, sondern auch als Hospitationsschule und Ausrichterschule des Bili-Tags eine wichtige Rolle in der regionalen Schul- und pädagogischen Ausbildungslandschaft spielt.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass die THRS für viele Familien ein attraktiver Bildungsstandort ist. Gleichzeitig macht das Wachstum deutlich, wie wichtig es ist, dass endlich eine langfristige Weiterentwicklung der schulischen Infrastruktur für die Zukunft stattfindet.











