Schulhof der Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim groß

Der ausgewählte Beitrag aus „Aktuelles und Nachrichten“…

„Bring social back to media!“ – Vortrag von Tim Molina Ruiz unterstütz ElternProjektwoche: Einladung zur offenen Galerie am Freitag

Ertappt! Ein leises Lachen geht durch die Aula, als der Schulsozialarbeiter eine alltägliche Szene beschreibt: Ein Jugendlicher sitzt mit der Familie am Esstisch, das Smartphone in der Hand, während die Eltern versuchen, ein Gespräch zu beginnen – und am Ende womöglich nur wegen der Uhrzeit selbst zum Handy greifen – darum geht es an diesem Abend: um Situationen, die fast alle kennen und natürlich darum, was die Jugendlichen hauptsächlich am Handy tun: Social Media.

Der Elternabend an der Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim zum Thema Mediennutzung und Social Media, organisiert von Schulsozialarbeiter Tim Molina Ruiz, stößt auf großes Interesse und eine gute Beteiligung.

Trotz der ernsten Inhalte ist der Abend humorvoll gestaltet. Mit Vergleichen, alltagsnahen Beispielen und kleinen humorvollen Spitzen gelingt eine lockere und offene Atmosphäre. Auch mit treffenden vergleichen hilft Molina Ruiz bei der Einordnung. So seien Jugendliche laut JIM Studie 2025 etwa 90 Minuten am Tag in TikTok – wohl gemerkt: nur Tiktok, anderer Medienkonsum ist hier gar nicht eingerechnet. „Tja, 90 Minuten geht ein Fußballspiel oder der erste Shrek Film oder eine Doppelschulstunde Mathe und jeder weiß wie sich das ziehen kann“, ordnete der Schulsozialarbeiter die reine Zahl ein.

Unter dem Titel „Bring Social Back to Media“ wird deutlich, dass es nicht darum geht, Social Media zu verteufeln. Vielmehr steht der Gedanke im Mittelpunkt, das „Soziale“ wieder stärker in den Fokus zu rücken. Medienkompetenz beginne nicht mit Verboten, sondern im gemeinsamen Gespräch, so Molina Ruiz. Dieses aber sei die Basis der elterlichen Erziehungsarbeit: Thematisieren, begleiten, nachfragen, Interesse für den Medienkonsum der Kinder zeigen. Digitale Medien sollen nicht nur konsumiert, sondern bewusst, verantwortungsvoll und vor allem gemeinsam gestaltet werden.

Dabei stünden natürlich erst einmal Eltern und Jugendliche selbst, aber eben auch Schule und Gesellschaft in der Verantwortung.

Viele Eltern beteiligen sich aktiv an der Veranstaltung, bringen eigene Erlebnisse ein und erkennen sich in den geschilderten Situationen wieder. Der Austausch zeigt, dass es keine einfachen Patentlösungen gibt, wohl aber viele Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Wege im Umgang mit digitalen Medien zu finden. „Ich würde mich hier zum Einstieg an die BIG-Eselbrücke halten, die ich entwickelt habe: ‚Begleiten‘, ‚Interesse‘ und ‚Grenzen setzen‘“, gibt Molina Ruiz mit. Ja, ohne Interesse und aktive Auseinandersetzung gehe es nicht.

Das Fazit der Teilnehmenden ist durchweg positiv. Die Veranstaltung wird als kurzweilig, informativ und überraschend unterhaltsam beschrieben – „die Zeit verging wie im Flug“ oder „für einen solchen Vortrag bezahlt man eigentlich Geld“.

Neben neuen Denkanstößen nehmen viele Eltern auch konkrete Impulse für den Alltag mit, insbesondere für Gespräche mit ihren Kindern. „Wir können den Wind nicht ändern aber die Segel anders setzen“, meint Molina Ruiz. „Wir alle können kaum beeinflussen, wie sich soziale Medien entwickeln. Aber wir selbst können entscheiden, wie wir sie nutzen und was wir für uns im besten Falle positives rausziehen. Und es fängt im gemeinsamen Gespräch mit den Kindern an.“