Schulhof der Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim groß

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Lernort Eishalle – Gruppendynamik und Erfolgserlebnisse

Ein Ausflug mit Eislaufen gehört für viele Klassen irgendwann im Schulleben dazu. Fakt ist aber auch, dass die Eishalle ein wichtiger Erfahrungsraum sein kann. Nicht nur in Bezug auf die eigene Körperkontrolle, die ungewohnten Bewegungsmuster und das recht schnelle Entwickeln von Erfolgserlebnissen im Umgang mit Kufen, Eis und Schnelligkeit. Auch für das Wachsen der Klassengemeinschaft ist die Eishalle ein positives Experimentierfeld.

Und so konnten sich auch die Klassen 5e und 5c der Theodor-Heuss-Realschule zusammen mit Ihren Lehrkräften Maria Santos, Tanja Kurzhals und Robin Pitsch vom pädagogischen Potenzial der Eishalle überzeugen.

Idee kam aus der Klasse – samt Umsetzungskonzept

Der Wunsch zu dem Ausflug kam von den Schülern selbst: Es sei mal Zeit für einen Ausflug mit Spaß für die ganze Klasse – so zumindest trug es eine Arbeitsgruppe aus Schülern der Klasse 5e ihrem Klassenlehrer Robin Pitsch während einer Klassenlehrerstunde vor. In Absprache mit der Klasse hatte die Arbeitsgruppe nebst Umfrage nach einem Ziel auch einen Kostenplan und Zeitablauf samt An- und Rückfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln präsentiert sowie die Vorteile für die Klassengemeinschaft aufgezeigt. – da ist es dann für jeden noch so harten Klassenlehrer schwierig, einen solch vorbereiteten und ausgearbeiteten Ausflug zu verneinen.

Gut für die Klassengemeinschaft

Kurzum: Bahnfahrt von Hockenheim nach Schwetzingen, Umstieg in den ziemlich vollen Bus, Ausstieg an der Straßenbahnendhaltestelle in Eppelheim, Fußweg bis zur Eishalle. Keine Verspätung, disziplinierte Kinder, die aufmerksam im ÖPNV und verantwortungsvoll mit dem Straßenverkehr während des Laufens agieren. Beide Klassen haben sich definitiv für weitere Exkursionen empfohlen.

Und auch in der Eishalle in Eppelheim passieren gruppendynamisch interessante Dinge. Denn natürlich ist es für die eine oder den anderen das erste Mal auf den Eiskufen. Und so trennen sich schnell die Klassen auf – je nach Fortschritt entstehen Gruppen, die entweder schon um die Wette laufen oder erstmal am Rand experimentieren oder sich langsam und spielerisch aufs Eis wagen. Interessanterweise laufen diese Trennlinien nicht immer so, wie die Gruppen in den Klassen bereits existieren. Die Gruppen brechen sich auf, Kinder sprechen, spielen und interagieren mit Klassenkameraden, zu denen man bisher eher wenig Kontakt hat.

Verfestigte Gruppenstrukturen reißen auf – in der Eishalle bilden sich neue – auch klassenübergreifend. Grandios wird es, wenn die ganze Klasse Hand-in-Hand versucht, über das Eis zu kommen. Und die neuen Gruppen führen auch dazu, dass selbst die ungeübten Eisläufer sehr schnell zu Erfolgserlebnissen auf dem Eis kommen und Spaß haben. Nach drei Stunden Eislaufen wollten die Kids immer noch weiterfahren.

Klar, ein großer Vorteil war, dass an jenem Tag in der Eishalle Eppelheim auch keine weiteren Schulklassen angemeldet waren – die 5e und 5c hatten die Halle für sich allein. Natürlich müssen dabei die Vorgaben des Kultusministeriums, das vor allem den Schutz der Schüler in den Mittelpunkt stellt, berücksichtigt werden. Das heißt vor allem: Helm- und Handschuhpflicht beim Betreten der Eisfläche.

Trotzdem: gerade für Fünftklässler bietet die Eishalle nicht nur individuelle Erlebniserfahrungen, sondern kann auch als Katalysator für gruppendynamische Prozesse dienen, von denen ein Klassengemeinschaft profitieren kann.