Schulhof der Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim groß

Der ausgewählte Beitrag aus „Aktuelles und Nachrichten“…

Eine Woche anders lernen – Projektwoche 2026

„Das kann sich sehen lassen“ oder „beeindruckend“, sagten so manche Eltern und auch Schüler waren über die ausgestellten und aufgehängten Kunstwerken aus den Bereichen Acralmalerei, Pastellzeichnung, Action Painting, Textil oder Fotografie fasziniert. Mit einer großen, farbenfrohen Abschlussfeier und dem Gang durch die „Galerie“ der Kunstwerke und Projektergebnisse krönte die Schulgemeinschaft der Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim eine ebenso vielseitige wie außergewöhnliche Projektwoche. Gemeinsam mit zahlreichen externen Partnern Malerei, Zeichnung, Action Painting, Textil oder Fotografie. Und auch Hockenheims Bürgermeister Matthias Beck war beeindruckt. Eines der Kunstwerke, ein bemalter Eimer aus dem Projekt „Nachhaltige Schule“ – in dem Alltagsdinge, z.B. Mülleimer, mit farbigen Motiven verschönert wurden, steht nun im Arbeitszimmer des ersten Hockenheimer Verwaltungsbeamten: ein Lob für den Künstler.

Mit einer großen, farbenfrohen Abschlussfeier und dem Gang durch die „Galerie“ der Kunstwerke und Projektergebnisse krönte die Schulgemeinschaft der Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim eine ebenso vielseitige wie außergewöhnliche Projektwoche. Gemeinsam mit zahlreichen externen Partnern und Unterstützern hatte die Schulgemeinschaft ein breites Spektrum an kreativen und praxisnahen Projekten sowie Workshops auf die Beine gestellt. Beim abschließenden Rundgang präsentierten insbesondere die Klassenstufen fünf bis sieben ihre Ergebnisse – von Bühnenauftritten über die Projektwochenzeitung und Bilderserien bis hin zu einer eindrucksvollen Galerie aus Kunstwerken, die entstanden sind.

Berufsorientierung in Stufe 8 und 9

„Wir wollen Schule mal anders machen“, war der Leitgedanke des Teams um die Lehrerinnen Carmen Fuhrmann und Joana Weigel, die schon im letzten Jahr die Organisation dieser Intensivwoche übernommen hatten Statt einer klassischen Projektwoche kurz vor den Sommerferien sollte eine Lernwoche entwickelt werden, in der zentrale Kompetenzen und Fähigkeiten im Fokus stehen, die für den schulischen Erfolg und die Zukunft der Jugendlichen von Bedeutung sind. Daraus entwickelte sich das Konzept einer Präventions- und Projektwoche, deren inhaltliche Schwerpunkte gezielt an die jeweiligen Klassenstufen angepasst wurden.

Für die zehnten Klassen, die sich auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten, standen schnell intensive Vorbereitungskurse im Vordergrund – insbesondere in Mathematik sowie in den Wahlpflichtfächern.

Die Achtklässler nutzten die Woche für ein einwöchiges Berufspraktikum, während die neunten Klassen an einer abwechslungsreichen Aktionswoche teilnahmen, die in Zusammenarbeit mit zahlreichen externen Partnern organisiert wurde und sich auf Berufsorientierung und gesellschaftliches Engagement konzentrierte. Neben Vorträgen zu Berufen als Polizist, Bestatter, Anlagenmechaniker, beim Hauptzollamt, Clifford Training oder zu Bildungswegen an der Louise-Otto-Peters-Schule oder im dualen Studium SWAN GmbH, entsendete die IHK (Industrie- und Handelskammer) ihre Ausbildungsbotschafter und die Arbeitsagentur absolvierte mit den Klassen ein Assessment-Center, um die Kids auf das mögliche Auswahlverfahren in den größeren Betrieben und Unternehmen vorzubereiten. Aber auch die „Mutmacher“ waren da, die die nächsten Schritte nochmal aufzeigen. Workshops zu Fake News durch die Landeszentrale für politische Bildung (lpd), unterstützt durch Hopp-Foundation sowie der Besuch der Klima-Arena in Sinsheim rundeten die Aktionswoche für die Neuner ab.

Absolventinnen und Absolventen der THRS 2023 2

Sport, Kunst, Nachhaltigkeit – Vielfalt in den Stufen 5, 6 und 7

In den fünften Klassen wechselten sich Präventions- und Aufklärungs-Workshops der Polizei (Medien), der KliBA (Umwelt-/Klimaschutz) sowie von „Bärenstark“ (Selbstverteidigung Wing Tsun) mit Sportprojekten ab: Tanzen (Tanzschule Feil), Handball (HSV Hockenheim), Akrobatik, Rope Skipping, Skaten (Paul Wiesemann), Judo (BAC Hockenheim), Fußball (Olympia Neulußheim), Yoga, Radtour, Line Dance, Schwimmen (SV Hockenheim) oder Rythm an Sing standen zur Auswahl. Jedes Kind bekam dabei einen eigenen Stundenplan – optimalerweise mit allen Wunschprojekten erfüllt. Für die Planerinnen der Woche eine ungeheuer intensive Aufgabe. „Wir wollten die Woche für jedes Kind motivierend gestalten“, so Organisatorin Carmen Fuhrmann.

Die Sechstklässler hatten alle als feste Veranstaltungen den Schnelle-Hilfe-Workshop „Löwen retten leben“, einen Gesundheitsvortrag der Ärztlichen Gesellschaft für Gesundheitsförderung, den Aufklärungskurs mit Hebamme Karina Remenyi sowie den Programmierworkshop mit Lego Mindstorms im HeussLab. Die täglich wechselnden Wahlprojekte gingen in die kreative Richtung. So bot Künstlerin Kristin Brümmer den Acryl-Malerei-Wprkshop an, Foto Keller aus Reilingen erneut einen beeindruckenden Fotografie-Kurs, Event-Gastronomin Nadina Schobert (Kochtiviert) kochte im Partysnackprojekt und Markus Hartmann zeigte im Fahrrad-Reperatur-Projekt wie man Fahrräder zerlegt und wieder zusammenbaut. Daneben zeigten auch die Lehrkräfte oft ungeahnte Talente, die man im Schulleben gar nicht sieht: Pastellmalerei, Handlettering, Faden-und-Nagel-Kunst, Sticken, Nähen oder Schmuckherstellung.

Die Siebener wählten ein durchgängiges und arbeitsintensives, viertägiges Projekt, dass donnerstags durch den Girls-and-Boys-Day unterbrochen wurde. Dabei konnte Imker Peter Stieber mit der Waldbox das Schulgarten-Projekt fortsetzen und in Zusammenarbeit mit dem ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) entsteht aus der Projektwoche heraus eine dauerhafte Schulsanitäter-Initative. Daneben entwickelte die Schulsozialarbeit um Kim Angeletti und Tim Molina Ruiz in einem eigenen Projekt ein Schulpatensystem für das nächste Schuljahr und auch das Gesunde-Snacks-Projekt oder „Nachhaltige Schule“ war, wie der Name schon sagt, nachhaltig. Die Schüler im Journalismus-Projekt von Robin Pitsch hielten punktuell die Woche in Wort und Bild fest.

Eine besondere Woche hatte auch die Sprachlernklasse. Die VKL-Schüler (VKL = Vorbeitungsklasse) verarbeiteten das Thema „Frühling“ hochkreativ. Aus viel Farbe, Wasser und Filterpapier entstanden Blumen- und Schmetterlingskusntwerke. Und die Kommunikation und Deutschtraining kam dabei auch nicht zu kurz!

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Ruhigeres und effektives Lernen

„Wenn Schule mal aus sich herauskommt, wenn einerseits die Schülerinnen und Schüler nach draußen gehen und erkunden, beobachten, erleben, und externe Partner ins Schulleben kommen, wenn die Kinder zeigen, was sie in so vielen verschiedenen Feldern können und die Lernprodukte nicht nur im eigenen Heft stehen, sondern wenn das Tun der Kinder relevant ist, dann gelingt Lernen am besten. Insofern wollen wir die Projektwoche wiederholen“ heißt es seitens der Schulleitung von Rektorin Marion Marker-Schrotz und den Konrektoren Manuel Altenkirch und Sven Dehoust.

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Räume werden zu Ateliers, Labors und Werkstätten…

Während der Projektwoche lief kein regulärer Stundenplan, alles musste separat und organisatorisch für die Woche umgebaut werden, wofür sich Carmen Fuhrmann und Joana Weigel verantwortlich zeigten. Über 850 Schülerinnen und Schüler waren in Projekte, Workshops, Vorträgen aktiv. Über 80 Lehrkräfte konnten man „anderen Unterricht“ machen. Über 40 externe Partnerinnen und Partner bereicherten mit ihrer Expertise das Lernen und das Schulleben an der THRS. Neben allen Schulräumen, die als Atelier, Tanzsaal, Werkstatt, Hörsaal, Redaktion, Schmuckschmiede, Speisesaal, Labor, Ruhezone oder Bewegungsraum herhalten mussten, wurden auch außerschulische Räumlichkeiten genutzt, so der Spiegelsaal der Pestalozzi-Grundschule, die komplette Harbighalle, die Küche in der Hartmann-Baumann-Schule, das evangelische Gemeindehaus in Neulußheim, das Pumpwerk, der Waldsportpfad und der Alla-Hopp-Spielplatz in Schwetzingen.

Bäume für die Projektwoche

Im Rahmen des Schulgarten- und waldbox-Projekts kam spontan die Nachricht von Förster Samuel Ziegler vom Kreisforstamt Rhein Neckar, dass am Waldsprotpfad nicht nur Holzgatter repariert werden, sondern auch Bäume gepflanzt werden müssen. Und so wurden die Projektschüler Teil von etwas Größerem, was bleibt: Noch in ein paar Jahren werden sie die gepflanzten Bäume betrachten können und wissen, dass sie es waren, die diese in der Projektwoche an der THRS mitgepflanzt haben.